October 2008
Minsk - ein aussergewöhnlicher Trip
A story by Bernd Ruecker
Minsk bewegt. Gerne würde ich gleich zu Anfang Superlative verwenden, denn die Eindrücke sind sehr stark. Doch finde ich nicht die entsprechenden. Minsk ist weder zauberhaft, noch heruntergekommen, weder modern noch historisch, weder charmant noch monoton. Obwohl: monoton trifft es vielleicht am ehesten. Martialisch, sozialistisch, mächtig. Dominant und teilweise beängstigend. Sicher aber doch sehr fremdartig. Arm und reich. Und klimatisch milder als erwartet. Es ist alles enorm weitläufig und es nach dem Krieg verblieben nur 2 Häuser unbeschadet, wie mir Max M. aus Minsk berichtet. Der Rest der Stadt ist neu erbaut. Viele Gebäude protzen mit mächtigen Säulen und ihre Fassaden erstrahlen nachts im Schein von zahllosen Scheinwerfern.
Die Menschen in Minsk haben ein eher südländisches Temperament. Der Verkehr läuft wie in Rom oder Neapel: zäh und nach scheinbar eigenen Regeln, die jeder Fahrer spontan intuitiv festzulegen scheint. Doch an das Rotlicht der Ampeln halten sich die Skoda-, Wartburg-, BMW- und Audifahrer.
Es drängt sich ein seltsames Gefühl auf, denn irgend etwas stimmt in diesem Straßenbild nicht… Erst nach einiger Zeit wird einem Bewusst: es gibt keine kleinen Straßen. Dreispurige, autobahnartige Pisten ziehen sich schnurgerade durch die Stadt.
Die Menschen in Minsk haben ein eher südländisches Temperament. Der Verkehr läuft wie in Rom oder Neapel: zäh und nach scheinbar eigenen Regeln, die jeder Fahrer spontan intuitiv festzulegen scheint. Doch an das Rotlicht der Ampeln halten sich die Skoda-, Wartburg-, BMW- und Audifahrer.
Es drängt sich ein seltsames Gefühl auf, denn irgend etwas stimmt in diesem Straßenbild nicht… Erst nach einiger Zeit wird einem Bewusst: es gibt keine kleinen Straßen. Dreispurige, autobahnartige Pisten ziehen sich schnurgerade durch die Stadt.
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Hotel mit Appartementzimmer. Es gibt nur kaltes Wasser auf 120 qm
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Die Supermärkte haben bis Mitternacht geöffnet und sind als riesige Mals angelegt. Von Snickers bis Vanish Oxy Action ist alles zu bekommen. Lediglich russische Produkte muss man suchen. Wenn man fündig wurde, ist auf dem Etikett „Made in China“ zu lesen. „Alles kommt hier aus China“, sagt Alexander. Man kann Markenkleidung bekannter Modemarken kaufen, aber vermutlich sind es zumeist Fälschungen aus der Orginalfabrik... , wie mir berichtet wird. Geschäfte wie wir sie in Europa kennen gibt es gar nicht. Stattdessen werben die Betreiber kleiner Holzstände vor Imperialen Bauten um Käufer. "Fashion shop" witzelt Alexej, der Kompanion von Alexander. Alexej lenkt im hellblauen Businessanzug den schwarzen BMW gediegen durch die Straßen. Die Haare zurück gegeelt und unter dem linken Jacketärmel blitzt ab und an das massive Gold der Armbanduhr hervor. In Italien würde diese Erscheinung ins alltägliche Straßenbild passen. Doch hier in Minsk, erscheinen die Menschen zurückhaltender, passiver, konservativer. Alexander ist ein typischer Vertreter weißrussischer Norm: im erfrischend graubraunen Anzug sitzt er steif vor mir auf dem Beifahrersitz. Er ist mager, riesig, brav, ehrlich, vertrauenswürdig. Sehr freundlich sind alle drei. Besonders mag ich aber den dritten im Bunde: Max, der Art Director. Alle drei sind die Geschäftsführer der Firma die sich anfänglich für die Entwicklung von moovya zuständig ist.
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